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Schwangerschaftsdiabetes, wenn der Blutzucker aus dem Gleichgewicht gerät

  • hebammesusanne1
  • vor 24 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Erfahrungsbericht aus meiner Hebammenpraxis Viele werdende Mamas begegnen dem Begriff Schwangerschaftsdiabetes zum ersten Mal beim Zuckerbelastungstest. Die Diagnose löst bei den meisten zunächst Verunsicherung aus: „Was bedeutet das für mein Baby?“, „Habe ich etwas falsch gemacht?“ oder „Wie geht es jetzt weiter?“ In meinem Praxisalltag sehe ich jedoch immer wieder:


Mit der richtigen Begleitung lässt sich ein Schwangerschaftsdiabetes sehr gut in den Griff bekommen und sowohl Mutter als auch Kind können gesund durch die Schwangerschaft gehen.


Die Diagnose und was sie bedeutet


In der 26. Schwangerschaftswoche kam eine werdende Mama nach einem auffälligen Zuckerbelastungstest zu mir. Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes traf sie unerwartet.


Auch wenn sie sich anfangs große Sorgen um die Entwicklung ihres Babys machte, konnte ich ihr schnell die Angst nehmen und ihr zeigen, dass ein Schwangerschaftsdiabetis sehr gut behandelbar ist.

Wichtig ist vor allem, die Stoffwechselsituation ernst zu nehmen und aktiv daran zu arbeiten.


Die grundlegenden Bausteine der Therapie bestehen aus:

  • einer bewussten Ernährungsanpassung

  • regelmäßiger Bewegung

  • engmaschigen Blutzuckerkontrollen

  • Beobachtung der kindlichen Entwicklung

  • und nur wenn nötig: einer Insulintherapie


Ernährung der Schlüssel zur Stabilität


Der wichtigste Schritt ist häufig die Ernährung. Gemeinsam haben wir die Ernährungsgewohnheiten der Schwangeren betrachtet und ein individuelles Konzept entwickelt. Dabei ging es nicht um Verbote, sondern um bewusste Auswahl und Balance.


Was besonders wichtig ist:


1. Die richtige Nährstoffverteilung

  • etwa 50 % Kohlenhydrate

  • ca. 30 % Fett

  • ca. 20 % Eiweiß Wichtig: Schwangere sollten niemals hungern. Ein zu starker Verzicht kann dem Körper schaden und den Stoffwechsel belasten.


2. Kohlenhydrate

Ideal sind Kohlenhydrate, die langsam ins Blut gehen, z. B.:

  • Vollkornprodukte

  • Hülsenfrüchte

  • Gemüse

  • Milchprodukte


Zu meiden sind große Portionen Nudeln, Reis, Pizza sowie Süßgetränke oder Weißmehlprodukte, weil sie den Blutzucker sehr schnell ansteigen lassen.


3. Süßes bewusst genießen

Ganz verzichten muss niemand. Kleine Mengen dunkler Schokolade nach einer Mahlzeit werden meist gut vertragen. Obst ist erlaubt, jedoch in kleinen Portionen und am besten Sorten mit niedrigerem Zuckergehalt.


Bewegung ein natürliches Hilfsmittel


Ein Schwangerschaftsdiabetes spricht unglaublich gut auf Bewegung an. Schon 30 Minuten sanfte Aktivität an drei Tagen pro Woche können den Blutzucker spürbar senken.


Wir integrierten:

  • Spaziergänge

  • leichte Gymnastik

  • Schwangerschaftsyoga


Die werdende Mama bemerkte schnell, wie sich ihre Werte stabilisierten, ganz ohne Nebenwirkungen.


Kontrolliertes Wachstum für Mutter und Baby


Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gewichtsentwicklung. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Orientierung:

  • keine übermäßige Gewichtszunahme

  • aber auch keine Gewichtsabnahme

  • regelmäßige Kontrollen


So lässt sich frühzeitig erkennen, ob das Baby zu schnell wächst, ein häufiges Risiko bei Schwangerschaftsdiabetes.


Was wir gemeinsam vermeiden konnten


Durch die gute Einstellung des Blutzuckers konnten wir viele typische Risiken verhindern, u. a.:

  • übermäßiges kindliches Wachstum

  • Atemprobleme nach der Geburt

  • Unterzuckerung des Neugeborenen

  • Geburtskomplikationen

  • erhöhtes Diabetesrisiko im späteren Leben für Mutter und Kind


Diese positiven Veränderungen motivierten die Schwangere enorm und gaben ihr Sicherheit im Alltag.


Mein Fazit als Hebamme


Schwangerschaftsdiabetes ist zunächst eine Herausforderung, aber eine die du nicht alleine bewältigen musst. Mit der richtigen Unterstützung, einem verständlichen Ernährungsplan und etwas Bewegung lässt sich der Blutzucker fast immer stabilisieren.


Und vor allem hast Du die Möglichkeit, viel für deine eigene Gesundheit und die deines Babys zu tun.

Wenn du selbst von Schwangerschaftsdiabetes betroffen bist oder Fragen dazu hast, begleite ich dich gerne individuell und mit viel Erfahrung durch diese besondere Zeit.

 
 
 

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